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4 simple Tipps und Tricks für ein nachhaltige(re)s Modebewusstsein

Mit welchen Verhaltensmustern können wir daran arbeiten, die globale Modeindustrie nachhaltiger zu gestalten?

Von Anaïs Eleni

Mode und Nachhaltigkeit: eine Widersprüchlichkeit in sich. Denn während die Modeindustrie uns als westliche Gesellschaft seit Anbeginn gelehrt hat, dass mehr mehr und Geiz geil ist, scheint unser Kaufverhalten und -Verständnis auf zwei Verhaltensweisen konditioniert zu sein: nach Lust und Laune einzukaufen - und das auch noch so günstig wie möglich. Dieses unbedarfte Konsumverhalten ist zwar als Systemfehler des Kapitalismus zu verbuchen, doch liegt es in unserer kollektiven Verantwortung uns ein neues, zeitgemäßes Konsum- und Modeverhalten zu Eigen zu machen. Mit welchen Verhaltensmustern wir daran arbeiten können die globale Modeindustrie nachhaltiger zu gestalten, verraten wir hier: Das sind unsere vier simplen Tipps und Tricks für ein nachhaltige(re)s Modebewusstsein.

"Thanks,
it's vintage"

1. Secondhand Shopping: Der wohl nachhaltigste Konsum

So simpel und doch so effektiv: Secondhand-Shopping ist das einzige Kaufverhalten, das vollständig nachhaltig ist. Mit jedem Produkt, das wir aus zweiter Hand kaufen, sparen wir wichtige Ressourcen und können sicherstellen, dass weder der Planet noch die Menschen entlang der Lieferkette unfair behandelt werden. Dabei gibt es zunehmend mehr Plattformen, die sich darauf konzentrieren die Attraktivität und Faszination rund um Produkte aus zweiter Hand  zu steigern. Musterbeispiele hierfür sind Vestiaire Collective, Rebelle und Vinted - drei Plattformen, die wir jedem wärmstens empfehlen können.

2. Upcycling: Das Hab und Gut hegen und pflegen

Ein zu vermeidender Nebeneffekt der stets leicht sowie günstig zugänglichen Masse an Produkten ist das darunter leidende Verständnis für die Wertigkeit dieser Produkte. So werden Kleidung, Accessoires und Schuhe zu oft aussortiert und ersetzt, bevor sie geflickt, repariert und neu besohlt werden. Ein kleiner Sustainability-Hack an dieser Stelle: Bringt Klamotten zur Schneiderin, Schuhe zur Schusterin und versucht Euch ein Verständnis für die Wertigkeit Eurer Bekleidung anzueignen.

3. Sharing is Caring: Kleidung leihen und verleihen

Apropos Sustainability-Hack: Auch das Leihen und Verleihen von Kleidung sollte dringend normalisiert werden. Braucht man ein Kleid, einen Blazer, eine Tasche einmalig  für eine Feier oder ein Event, sollte der Kauf dieses Produkts die letzte Option sein. Wenn die eigene Garderobe nichts hergibt, können Freundinnen schließlich jeder Zeit gefragt werden, ob sich das Objekt der Begierde vielleicht in einem ihrer Kleiderschränke wiederfindet. Diese Regel versteht sich natürlich vice-versa - eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten also!

4. More Consciousness: Wie, wo und von wem wird produziert?

Auch wenn sich die ersten drei Punkte des Artikels auf die Wiederverwendung und Wiederaufbereitung bereits vorhandener Produkte konzentrieren, heißt das natürlich nicht, dass der Kauf von Neuware pauschal schlecht ist - ganz und gar nicht! Glücklicher Weise gibt es mittlerweile nämlich eine Reihe an nachhaltigen, fairen und insbesondere transparenten Modeunternehmen, die es zu unterstützen gilt. Musterbeispiele hierfür sind etwa Xenia Adonts’ ATTIRE oder Madeleine Alizadehs dariadéh.

Ganz so nachhaltig wie das Leihen oder Secondhandkaufen von Kleidung wird zwar auch ein in sich nachhaltiges Label nicht sein können, doch wenn wir Neuware schon konsumieren, sollten wir uns wenigstens stets fragen: Ist einsehbar wie, wo und von wem produziert wird?

"Eine Win-Win-
Situation für
alle Beteiligten also!"